Tagebuch «Hohneri-Büsi»

Hannita und Hörbi wurden uns von einer Tierfreundin anvertraut, damit sie ein schönes Lebensplätzli finden. Diese Tierfreundin kümmert sich regelmässig um eine Gruppe halbwilder Katzen. Die zwei kannten bisher nur Freigang und möchten unbedingt wieder ins Grüne können. Hitori ist eine Fundkatze, er wurde bei einem Vereinstierarzt abgegeben und kam dann über ihn zu uns. Er ist beim STMZ ausgeschrieben. Weitere Informationen und Fotos über diese Katzen finden Sie in ihrem Tagebuch, wo wir laufend über die Gruppe "Hohneri-Büsi" berichten, bis sie die Pflegestelle verlassen.<br /><br />Die Katzen werden dem Tierarzt vorgestellt, Katzenschnupfen/-seuche und Leukose geimpft, gechipt und entwurmt abgegeben.

Mittwoch, 24. Oktober 2018

Mittwoch
24.10.2018

Eine Stufe weiter, neue Freunde

Hallo liebe Tagebuchleser
Wir haben die nächste Stufe unseres Escape-Spiels geschafft! Wir sind zwar nicht durch das Fenster ins Freie gekommen, aber immerhin durch die Zimmertür in die Wohnung! Der Trick, die Zimmertür zu öffnen, war nicht ganz einfach: wir mussten uns streicheln lassen und zeigen, dass wir uns getrauen, ganz nah am Pflegemami vorbei zu gehen. Das können wir inzwischen beide gut!
         

         

Ich, Hannita, zucke zwar immer bei der ersten Berührung noch etwas zusammen, aber wenn ich die Hand dann in meinem Fell kraulen spüre, geniesse ich das doch und schnurre fein. Mein Bruder Hörbi schnurrt dabei ganz laut.
Und dann haben wir da noch einen Pflegebruder bekommen – der kann vom Kuscheln mit dem Pflegemami gar nicht genug bekommen!
        


Unser Pflegebruder kommt nicht von unserem Dorf – er hat sogar einen japanischen Namen: Hitori heisst «allein», weil er eben allein in einem Quartier rumstrolchte. Dabei hat er wohl gelernt, laut nach Aufmerksamkeit, Menschen und Futter zu schreien: die ersten zwei Tage war das fast nicht auszuhalten mit ihm! Mit der Zeit wurde er aber heiser, und inzwischen plaudert er nur noch, schreit aber nicht mehr.

         


         
Wir haben uns schnell mit Hitori angefreundet – weil er aber beim Spielen und Fressen doch etwas allzu stürmisch ist, sind wir noch nicht so ganz ganz dicke Freunde geworden.

         

Mit meinem Bruder kuschle ich hin und wieder, aber er ist ein richtiger Teenager-Rowdy geworden und kommt mir manchmal sehr rüpelhaft! 

         

Dafür habe ich jetzt einen Verehrer, der mich am Fenster besuchen kommt ❤️: Er heisst Pablo, gehört nicht zu diesem Haus, und mein Pflegemami meint, er sei wohl mehr an unserem Futter als an mir interessiert. Aber er macht mir immer so schöne Augen, ich denke, ich gefalle ihm wirklich!
         

Ich beginne langsam, die warme Stube zu schätzen, möchte aber noch immer unbedingt ins Freie. Also denn: Wer adoptiert mich und holt mich hier raus? Auch Hörbi möchte gern wieder ins Freie, er mag zwar die Spielstunden hier, aber Insekten, Mäuse und Vögel zu jagen wäre halt schon toll!
         

Hitori hätte sicher auch Freude, wieder ins Freie zu dürfen – ihm ist aber die Nähe zu seinem Menschen fast wichtiger. Er ist glücklich, wenn er dem Pflegemami so nah wie möglich sein kann, würde am liebsten zu ihr ins Bett schlafen gehen!
         

Also denn, ihr hört nächste Woche wieder von uns, eure Hannita von den Hohneri-Büsi

          Hannita

           Hörbi

          Hitori

Samstag, 13. Oktober 2018

Samstag
13.10.2018

Soll das ein Spiel sein?!

Hallo alle da draussen!
Wir sind Hannita und Hörbi, und wir kommen aus einem Dorf, das Hohneri heisst - oder so ähnlich. Dort wurden wir, zusammen mit noch etwa einem Dutzend Kollegen, von einer Frau gefüttert, die sich ganz gut um uns gekümmert hat und uns allen «Büsi» gesagt hat. Deshalb heissen wir im Verein jetzt Hohneri-Büsi.

         
Seit gestern sind wir in der Cava Leonis. Ich glaube, das ist ein Escape Room – kennt ihr das? Das ist ein Spiel, wo man in einem Raum eingesperrt wird und dann durch intelligentes Kombinieren und Ausprobieren den Weg hinaus finden muss. Also die ersten zwei Stufen haben wir schon mal geschafft:
Damit der Transportkorb geöffnet wird, muss man offenbar einfach immer fauchen, wenn jemand in die Nähe kommt. Das haben wir schon gestern geschafft – einmal beim Tierarzt (der übrigens sehr zufrieden war mit unserem Gesundheitszustand, uns aber trotzdem mehrmals piekste), und dann hier in der Cava Leonis.



Bei der zweiten Stufe ging’s darum, wie das Kaninchengehege sich öffnet. Ich bin nicht ganz sicher, was da der Trick war: Aus dem Schäleli fressen? Zeigen, dass man das Klo als solches erkannt hat? Oder einfach stillhalten und – im Gegensatz zur ersten Stufe – eben nicht fauchen? Egal, das Gehege steht jetzt offen und wir können uns frei im Zimmer bewegen, aber auch zurück in den Transportkorb und uns dort verstecken.
         

Heute morgen haben wir uns erstmal ausgeruht vom Erkunden und Durcheinanderbringen des Zimmers. Am Nachmittag ging’s dann an die dritte Stufe des Escape-Spiels: Wie kommt man aus dem Zimmer? Sicher am ehesten da, wo frische Luft rein kommt.

         

Aber da ist ein Gitter, und daran beissen wir uns noch die Zähne aus. An den Befestigungen knabbern, am Gitter hochklettern, einfach durchschauen – bis jetzt hat gar nichts geklappt.

         

         
Geh mal da oben schauen!                                  Siehst du was?

          Kein Ausgang - aber die Sicht ist gut hier oben!

         

Laut unserem Pflegemami ist der Trick, möglichst lieb zu sein und sich schnellstens adoptieren zu lassen, dann kämen wir in ein neues Zuhause, wo wir dann raus dürfen. Und raus möchten wir unbedingt, denn wir sind im Freien aufgewachsen – also denn, liebe Leute, die ihr in schönen Gärten wohnt, kommt uns besuchen! Wir sind sicher, wir finden den Trick, euch von unserem Charme zu überzeugen!

         

Bis nächste Woche, euer Hörbi von den Hohneri-Büsi